„Kinder und Jugendliche können nicht immer tun, was sie wollen,

aber sie müssen wollen können, was sie tun.“

 

Jean Piaget

 

 

Unser Interventionsprogramm stellt für (mehrfach-)auffällige, aggressive Schüler eine

von Erfolg begleitete, gezielte Intervention dar, die seine präventive Wirkung nachge-

wiesen hat (vgl. im Überblick Weidner, Kilb und Jehn 2003, siehe auch Karstedt 2001).

Es ist eine Chance für die betreffenden Schüler, sich sozial weiterzuentwickeln und

weiter an Bildungsprozessen partizipieren zu können, statt einfach nur an den Rand

gedrängt zu werden. Unter diesem Aspekt eröffnet sich auch für die Berliner Schule

konkret die Chance und Möglichkeit, ein innovatives und erfolgreich erprobtes Modell

im schwierigen Umgang mit den „Schwierig(st)en“ zu erproben und Schritt für Schritt,

eine Lücke in der schulischen Gewaltprävention zu schließen (siehe Büchner und Ziegler

2004).

 

Allerdings weisen Büchner und Ziegler (2004) an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin,

dass sich damit Anforderungen an die Pädagogen verbinden, der sie mehr Beachtung

schenken müssen als bisher. Gefordert ist eine zielgerichtete Weiterentwicklung der

schulischen Gewaltprävention. Es reicht nicht mehr aus, Hilfen allgemein anzubieten

und jeden Studien- oder pädagogischen Tag sowie Fortbildungsangebote, die ihre

Alltagstauglichkeit nicht nachgewiesen haben und sich undifferenziert an alle Schüler

richten, als Gewaltprävention auszugeben. Natürlich sind darin auch Anteile, die für

Kinder, die gegen Gesetze verstoßen haben, hilfreich sind. Zunehmend wichtiger ist die

Hinwendung der schulischen Gewaltprävention zu den schwierigen Kindern und

Jugendlichen, zu denen, die oft als „unerreichbar“ oder „hoffnungslose Fälle“

bezeichnet werden. Dazu ist von Seiten der Schule eine enge und selbstbewusste

Kooperation mit allen Beteiligten in der Gewaltprävention erforderlich. Die Klarheiten

über eigenes und fremdes Handeln müssen vorhanden sein. In dieser Kooperation

besteht eine wesentliche Aufgabe darin, stets parteilich und – wenn erforderlich – streitig

die Interessen der Kinder und Jugendlichen auf Integration und Förderung einzubringen

und Exklusion zu vermeiden; diese auch gegen Widerstand durchzuhalten und

schließlich gemeinsam mit der Jugendhilfe durchzusetzen.

 

Im Hinblick auf die Rolle und Funktion der Schule in diesem Zusammenhang kommt der

Arbeitskreis „Konfliktfeld Schule“ beim 26. Deutschen Jugendgerichtstag 2004 in

Leipzig zu folgendem Ergebnis: „Der derzeitige Zuschnitt des Schulsystems ist nicht

geeignet, den Herausforderungen einer sich schnell wandelnden, von Zuwanderung,

Integrationserfordernissen, Globalisierung sowie lebenslangem Lernen geprägten Gesellschaft zu begegnen.

Der zentrale Mangel liegt in der Vernachlässigung eines umfassend

verstandenen Erziehungsauftrages und der mangelnden Integration der verschiedenen

an Erziehung und Bildung beteiligten Institutionen. Folgen sind mangelnde Integration,

Ausgrenzung und – über Schulmüdigkeit, Schulschwänzen bis hin zu Schulverweigerung -zu beobachtende Selbstausgrenzung von Schülerinnen und Schülern. All dies sind nach kriminologischem Wissen relevante Hintergründe von Kriminalität und normabweichendem Verhalten.

Insofern sind Sicherung von Bildung und Kriminalprävention auf das

Engste miteinander verknüpft.“ (DVJJ 2004).

 

Übereinstimmung sollte nach Büchner daher darüber bestehen, dass zukünftig die

Erziehungs- und Handlungskompetenzen der Lehrkräfte gestärkt werden und gewalt-

präventive Angebote unabhängig von Konjunkturen weiter entwickelt werden müssen.

Denn für die betroffenen Kinder und Jugendlichen ist es egal, ob die Anzahl der

gemeldeten Gewaltvorfälle und der polizeilich Tatverdächtigen im Vergleich zum Vorjahr

um 2% gestiegen oder gefallen ist. Die Zahlen sagen nichts über den erzieherischen

Bedarf. Nicht die (vorgeworfenen) Straftaten, sondern der erzieherische Bedarf muss

zukünftig das entscheidende fachliche Kriterium nicht nur der Jugendhilfe, sondern auch

der Schule sein.

 

Es kann bereits jetzt ein steigender Bedarf prognostiziert werden: die Risiken und

Unsicherheiten im Aufwachsen junger Menschen werden in Zukunft sicherlich

zunehmen und bereits jetzt sind, wie die Tagung zeigte, besondere Gruppen, wie

Jungen und männliche Migranten, betroffen. Die Fachtagung hat aber auch unabweis-

bar belegt, dass sich insbesondere Lehrer zunehmend überfordert fühlen und unsicher

sind, wie sie auf diese Entwicklung und die damit verbundenen erzieherischen Anforde-

rungen reagieren können. Es liegt daher in der fachlichen Zuständigkeit der Schule für

diese Kinder und Jugendlichen nicht nur erfolgreich erprobte neue Handlungskonzepte

bereitzustellen, sondern auch politisch dafür einzutreten, dass die entsprechenden

intensiven und professionellen Fortbildungsangebote dort bereitgehalten werden, wo sie

notwendig sind. Die Schule trägt Verantwortung dafür, dass auch künftig die

umfassende Wahrnehmung ihres Erziehungsauftrages vor Populismus geht (siehe

Büchner in dieser Tagungsdokumentation).

 

 

Literatur

 

Büchner, R., Ziegler, M.: „Was tun mit den Schwierig(st)en?“ Ein Interventions- und

Trainingsprogramm für (mehrfach-)auffällige, aggressive Schüler in der Berliner Schule.

Unveröffentlichtes Manuskript 2004.

 

Gedanken zur Pflege der Lebensenergie (Angewandtes Qigong)

Wir haben uns hier unter dem Motto „Kämpf Dich Frei“ getroffen um gemeinsam an dem Thema Behinderung zu arbeiten. Erlauben sie mir also die geistig und körperlich behinderten Menschen im Saal besonders zu begrüßen.

Zu erst heiße ich die willkommen die, die wüssten alles und die, die aufgehört haben neugierig zu suchen, sie sind geistig behindert und vegetieren ziellos, Worthülsen sabbernd im Universum hin und her ohne zu spüren, was um sie herum vorgeht. Ich begrüße die, die umfallen, wenn sie auf einem Bein stehend mit der anderen eine große acht in der Luft malen, den rechten Arm vorwärts und die linken Arm rückwärts drehen sollen, dabei die Augen schließen und ein Gedicht aufsagen müssen, sie sind arme, körperlich behinderte Wesen, die ständig links und rechts verwechseln und die glauben, dass Spinning- und Eisenhauertraining etwas mit Körperschulung zu tun hat.

Besonders herzlich empfange ich die Kampfsportlehrer, die rechtsradikalen Idioten Tritte und Schläge beibringen, mit denen sie „Rassenfeinde“ in den Rollstuhl prügeln.                                                                                                                           Diese Lehrer sind krank und auf allen kognitiven Ebenen schwerstbehindert. Dissozial und fremdgefährdend.

Ich begrüße alle, die glauben, dass Karriere und Besitz besonders wichtig sind, und die von sich behaupten, nie gewalttätig sein zu können.

Sie leben in einer gespaltenen Welt, leiden an Realitätsverlust und sind nicht in der Lage, eine Faust zu ballen.

Und ich bin froh, die Schwachsinnigen zu begrüßen, die nur Spaß im Kopf haben, die Erotik mit 0190ern-Nummern verwechseln und meinen, die Schwanzlänge hätte was mit Männlichkeit zu tun.

Nicht zuletzt seien die willkommen, die Geländewagen mit Kuhfängern und 25-Gang-Räder brauchen – die Fahrstuhlfahrer und Sesselfurzer, die mit Börsenspekulationen Leben vernichten und abends in Feng-Shui-geschützen Räumen Tai Chi machen.

Mit anderen Worten, ich freue mich, uns hier alle versammelt zu sehen um miteinander über den Freiheitskampf zu diskutieren und Menschen zu treffen, die uns mit ihrem Vorbild helfen, die Hoffnung nicht aufzugeben – dass auch wir es schaffen können.

Dies ist ein Grund für diese Veranstaltung: die Türen zu öffnen von den Dojos, die den Lehren der großen Meister folgen, um inspiriert und gelehrt zu werden.

Ein weiterer Grund ist, einen Treffpunkt zu schaffen, an dem Amazonen und Helden des Alltags sich miteinander vergnügen und Mut machen können, sich austauschen und dazulernen.

Dies ist die erste mir bekannte Veranstaltung dieser Art in der Bundesrepublik, und sie soll uns klar machen, das es Zeit ist, die Menschen nicht mehr einzuteilen in Behindert oder Nichtbehindert.

Wir müssen uns ernsthaft fragen, was das eigentlich soll?:

Der Behindertentag der Behinderten.

Behindertentoiletten, Behindertenaufzüge, Behindertenbeauftragte, Behindertensprechstunde, behindertengerecht …….

Was ist wirklich dran, an dem Passus „Behinderte mit gleicher Qualifikation werden bevorzugt“?

Für was werden Fördermittel zur Einrichtung von Arbeitsplätzen für Behinderte wirklich genutzt?

Wir sind eine Gesellschaft, die auf der eine Seite furchtbar verroht, und auf der anderen Seite Unsummen ausgibt, um sich das Prädikat „human“ selbst zu verleihen. Eine Gesellschaft, in den Eltern Lose für „Aktion Mensch“ kaufen und entsetzt sind, wenn der Stammhalter sich eine farbige Spastikerin nach Hause holt und davon redet, dass sie heiraten wollen.

Machen wir uns nichts vor, Geistig- und Körperbehinderte sind ein riesiger Wirtschaftsfaktor. Ich habe gehört, es gibt Firmen die stellen Minen, Minenräumfahrzeuge und Rollstühle her.

Und ich habe gehört, es gibt Menschen, die prügeln Andersdenkende auf Intensivstationen und fühlen sich auf der anderen Seite durch Geschwindigkeitsbeschränkungen in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt.

Wir müssen überlegen, ob wir nicht eine neue Einteilung schaffen müssen, nämlich Menschen, die behindern und Menschen, die behindert werden.

Stellen Sie sich vor, Sie bewerben sich für eine Stelle. Ihre Konkurrentin ist eine verkrümmt im Rollstuhl sitzende Spezialistin, die sich mit gleicher Qualifikation und ausgezeichneten Empfehlungen vorstellt – es beginnt ein kühles Rechnen.

Welche Fördermittel, welche Vorteile, welches Image sind für den Unternehmer nützlich?

Sind Sie eine vielversprechende, attraktive Augenweide, bei deren Anblick dem Chef die vielfältigen „Nutzungsmöglichkeiten“ von Schreibtisch und Büroteppich einfallen. Dann haben Sie eine gute Chance, das Rennen zu gewinnen.

Stellen Sie sich vor, der Begriff „Behinderung“ bezöge sich tatsächlich auf die Einschränkung von körperlichem, geistigem und sozialem Wohlbefinden. Auf Eigenschaften wie: Selbstvertrauen, Autonomie, Kreativität, Lebenskompetenz und nicht darauf, ob jemand blind, gelähmt oder taub ist. Dann müssten eigentlich die meisten sogenannten „Nichtbehinderten“ gefördert werden.

In Zeiten der Globalisierung, in denen wir uns Gedanken über weltumspannende Geldpolitik machen, aber nicht um globale Menschenrechte,
in denen wir tagtäglich Berichte über die in die Luft gesprengten Kinder und in den Wahnsinn gefolterte junge Frauen sehen,  in denen Politiker über Joint Ventures mit totalitären Staaten verhandeln;  in denen ganze Regionen unter Krieg, Verschmutzungen und grausamen Gesetzen leiden und man die, die dagegen protestieren, aufhängt.

In diesen Zeiten wirkt es lächerlich, wenn eine Kindergartengruppe ihre Sparschweine schlachtet für ein von Minen entstelltes afghanisches Mädchen.

Verstehen Sie mich richtig, jede Mark, jedes gute Wort, jedes Ehrenamt, jede neue Erfindung ist sinnvoll und bemerkenswert. Ich werte nicht bestehende Gesetze ab und schmähe nicht ehrlichen, guten Willen. Ich stelle nur die berechtigte Frage laut und deutlich und fordere zum intensiven Nachdenken darüber auf:                                                          wer ist geistig behindert?

Der, der mit hundert Prozent seiner Gehirnkraft Korbstühle flechtet oder Waschmaschinenteile zusammen schraubt, einen IQ von 50 hat und einen Lederhelm tragen muss, oder der, der nur 50 Prozent seiner Gehirnkraft nutzt, der zwischen Mallorca und Solarium pendelt und findet, dass Frauen höchstens 1,50 m groß sein und einen flachen Schädel haben sollten, um ein Bierglas darauf abstellen zu können.

Und, wer ist körperlich behindert?

Die, die Marathonstrecke im Rolli in 2 Stunden bewältigt, oder der, der seine eigenen Füße nicht mehr sehen kann, der auf Laufbändern zum einchecken fahren muss, weil er seinen Koffer, das Laptop, sein Handy und das Finanzmagazin nicht alleine tragen kann.

Nein, ich diskriminiere nicht, ich polarisiere nicht!

Ich stelle lediglich die Seriosität, der bestehenden Einstufungen in Frage.

  • – Es werden Unsummen für Straßenbau ausgegeben
  • – schnelle Autos fahren Kinder platt,
  • – Medikamente und gigantische andere Drogenmengen sind wichtige Wirtschaftsfaktoren,
  • – Medien schränken Wahrnehmungen ein und fördern dissoziale Bedürfnisse,
  • – Kriege werden initiiert,
  • – und dumpfbackige Politiker mit Übergewicht, schließen Kultur- und Sporteinrichtungen, kürzen Fördermittel für Ethikunterricht und Gewaltprävention.

Wir müssen in der Behindertenproblematik umdenken!

Nicht damit prahlen, was wir alles tun, um den „armen Behinderten“ ihr furchtbares Los zu lindern, sondern, was wir tun, um körperliche und geistige Behinderung zu schaffen, zu fördern, zu erhalten.

Welche Haltung hat eine Gesellschaft?

Welche Haltung hat jeder einzelne von uns?

Was ist tatsächlich behindert an einem Menschen, der gelähmt und blind den Lebenskampf aufnimmt, gewinnt und glücklich sein kann?

Im Vergleich zum Menschen, der unglücklich ist, weil der Zweitwagen keine Klimaanlage hat und Zellulitis die neue Bikini-Mode nicht zulässt.

Der Titel des angekündigten Vortrags heißt:

Kampf aufnehmen gegen Stigmatisierung, Ohnmacht und Abwertung!

Wir Kampfkunstlehrer, die den lebensförderlichen Lehren fernöstlicher Meister folgen und die Lebenskampfmeister in Windeln, an Krücken, im Bett, im Rollstuhl könnten in Theorie und in Praxis ein Beispiel geben dafür, was es heißt, ganzheitlich, entwicklungsförderlich, synnergistisch, reifend dem Gesundheitsbegriff der Weltgesundheitsorganisation einen Schritt näher zu kommen und ihn mit Inhalt zu füllen.

Der Grad der Zivilisation einer Gesellschaft lässt sich messen an ihrem Umgang mit Schwachen, Außenseitern, Gegnern, Andersdenkenden – anderen Menschen überhaupt. Unzivilisiertes Verhalten ist jedoch vielfältiger als nur Barbarei.

Ausgrenzen, Diskreditieren, Diskriminieren hat so feine Instrumente, dass wir es oft gar nicht merken, wenn wir selbst in die Falle gehen.

Zivilisation ist nicht nur schöner Wortlaut in Gesetz und Verordnung.

Respekt und Emphatie wird nicht nur durch Tage für Behinderte oder Verordnungen zu Einrichtung von … bewiesen.

Fürsorgliches Handeln heißt nicht nur, einem Rollifahrer die Tür zu öffnen.

Das schöne Wort Integration ist oft erstunken und erlogen, weil es meist einseitig die guten Gesunden darstellt, die den armen Behinderten seine Chance geben zu spielen, zu arbeiten aber vor allem, zu konsumieren.

Es gilt, die Spaltung zu überwinden, die in der Polarität Behindert – Nicht Behindert gründet. Oft ist mit Integration eher Assimilation gemeint. Wenn ein Spastiker gut Löten kann, ist er uns ähnlicher, also auch gesellschaftlich wertvoller als der Appalliker. Die Einteilung in Therapiefälle und Pflegefälle spricht für sich: Gemeinsamkeit, Gesellschaft, Kommunikation und soziales Miteinander sind keine Einbahnstraße.

Fakt ist, Rollstuhlfahrer schaffen Arbeitsplätze in Therapie und Technik, in Verwaltung und Pharma-Industrie. Durch Ergotherapie soweit Fitt-gemacht, können sie kostengünstig arbeiten und das macht sie wirklich interessant.

Was aber ist mit denen, die keinerlei Arbeit verrichten können? Niemals.

Oh, da kommt Barmherzigkeit ins Spiel. Die ganz Armen – die letzten in der Kette. Mit denen bediene ich am Ende doch noch unsere christliche Ader.

Barmherzigkeit, sie wertet uns auf, sie gibt uns das Gefühl gut zu sein.

Den ganzen Tag leben wir in einem Ellenbogensystem, da tut es der Seele gut einem sabbernden Ataktiker mal ein Glas Wasser zu reichen. Jeden Tag eine gute Tat.

Dies ist das Gleiche, wie der Fototourismus der Touristen in Kalkutta. Dort werden trockene Leprakranke zur Verfügung gestellt, um mit Touristen für ein paar Dollar ein Photo zu machen, während ihnen ein Glas Milch gereicht wird. Dies ist nichts anderes, als der Mythos der Prinzessin Di, die, während die Opfer des Falkland-Krieges an den Verletzungen/Verwundungen litten, mit einem Minenräum-Kommando publikumswirksam die Friedfertigkeit des englischen Volkes – des englischen Könighauses dokumentierte.

Was für ein Humbug!

Verlogen, wie das freundliche Türen öffnen für einen Rollstuhlfahrer.

Ich mache jedem Türe auf, der es selbst nicht schafft – ob Kind, Oma, Hund, Katze oder Rollstuhlfahrer. Es ist nichts Besonderes!

Es aber tun, ohne zu erkennen, ohne wirklich zu wissen, ob es förderlich oder hinderlich für die betreffende Person ist, und das dann noch für etwas besonders Gutes zu halten ist schlicht:

  • – Eitelkeit
  • – Entmündigung
  • – Versteckte Diskriminierung

Das Helfersyndrom!

Natürlich befriedigt es uns, wenn wir etwas gut machen. Gut machen heißt, auch unter Umständen eine Tür nicht zu öffnen, einen Apoplex-Patienten den Koffer nicht abzunehmen eine muskeldystrophischen Jungen nicht zu schonen, anzuschreien, ja – sogar wegzuschicken, wenn er um Hilfe bittet.

Wir müssen von dem hohen Ross der scheinbaren Unversehrtheit runterkommen und erkennen: (Achtung: an alle buddhistischen Lehrer), dass es grundsätzlich um respektvollen, Lebenswunsch förderlichen Umgang geht.

Nein, ich rede nicht schön. Ich weiß sehr wohl, es gibt behinderte Terroristen, Verbrecher und Arschlöcher. In den Paralympischen Spielen wird gedopt, betrogen, gefoult, verletzt, wie überall sonst auch.

Oder glauben Sie ich meine, ein gelähmter Politiker sei besser, als ein Fallschirmspringer oder ein Joggender?

Nein. Wir Menschen sind wirklich alle gleich blöd, lahm und taub. Was für eine Chance!

Stimmt, es werden Milliarden ausgegeben in den reichen Nationen.

Aber die Haltung ist entscheidend für die Handlung und ich fordere Sie auf, den Samariter-Gedanken zu löschen in der Arbeit für die sog. disabled-people und statt dessen ein reifes, tauschendes Miteinander zwischen allen Beschränkten anzustreben.

Gleichberechtigung heißt das Zauberwort – nicht Barmherzigkeit!

Auf allen Ebenen, die gleichen Rechte und Pflichten.

Geben und Nehmen!

Jeder mit all seiner Kraft!

Von einander lernen, die Kompetenzen achten und fördern, die dem Gegenüber entsprechen und respektvollen Umgang nicht von einem Idealtyp der Gelenkstellung, Koordinationsfähigkeit, Aussehen etc. abhängig machen.

Da gibt es doch tatsächlich Leute, die sich schweren Operationen unterziehen, nur um 3 bis 5 Grad Kniestreckung zu erreichen. Die, die das verlangen, und auch die, die das anbieten, die sind wirklich krank, wenn auf Kosten dieser Operation die Lebensqualität und Lebenswunsch vernachlässigt werden muss.

Wenn wir erkennen, was wir von einander lernen können, dann bekommt das Individuum wirklich die Bedeutung, die es wirklich haben will und hat.

Es gilt, die Ressourcen zu entdecken und zu akzeptieren – nicht Motive und Ziele zu projizieren. Ich spreche zu Ihnen mit der Idee: Ohnmacht, Stigmatisierung und Abwertung darf nicht nur apellativ oder finanziell bekämpft werden.

Wir leben in einem kränkelnden System – nicht nur ökonomisch, sondern auch im zwischenmenschlichen Bereich.

Wir haben der Technologie des 3. Jahrtausends und das Hirn eines Neandertalers.

Wirklich effektiv können wir nur dann unseren Wunsch nach körperlichem, geistigem und sozialem Wohl einen Schritt näher kommen, wenn wir uns über unsere eigenen Behinderungen hinaus entwickeln.

Wenn wir nicht mehr funktionell denken, damit die Grundbedürfnisse erfüllt sind, sondern über den an Profit orientierten Horizont hinaus den Lebenswunsch nach persönlichem Glück in uns und dem Gegenüber entdecken und die Pflege desselben als Pflicht ansehen.

Und dann wird aus der Arbeit für Behinderte ein Werk aus den Ressourcen und mit den Fähigkeiten von beiden Partnern.

Liebe Zenzeis, Renshis, Oshos, Hanshis,

Wenn wir bereit sind zu lernen und zu verstehen, erst wenn wir gemeinsam Wagnisse eingehen, Grenzen überschreiten, wenn wir aufhören zu glauben, wir wüssten, was für andere gut ist, dann hört das Schwarz-Weiß-Spiel zwischen Integration und Ausgrenzung auf und jedweder Unterschied wird unwesentlich.

Ich rede, wie Sie sicher merken von einer grundsätzlichen Liebe und der Pflege ihres Bestandes. In einem Liebesverhältnis spielt einzig und allein das Wohlbefinden aller Beteiligten eine Rolle.

Dann vielleicht ist es endlich auch den weisen Zenmönchen in ihren schönen Klöstern möglich, Menschen mit chronischem Husten und unkontrollierten Zuckungen in ihre Reihen aufzunehmen.

Vielleicht gelingt es dann den Daichi-Lehrern im Griechenlandurlaub, die unartikulierten Laute am Nachbarstisch nicht als Regressgrund anzusehen, sondern als Kommunikationsform.

Unsere Aufgabe ist es hier auf diesem Kongress, darauf hinzuweisen, dass jeder das Recht hat auf Autonomie und Entwicklung.

Der harte Weg dahin ist eine Kunst – eine Kampfkunst.

Und gerade die, die es nicht in japanischen Buchstaben auf ihren T-Shirts tragen, die keine Gurtfarben tragen und Urkunden vorweisen können, die nicht Bretter durchschlagen können oder Schwerter schwingen, sind wichtige Wegbegleiter und Lehrer

  • – Hut ab, vor den hohen Tritten und den Akrobaten,
  • – Hut ab vor dem Erwerb eines schwarzen Gurtes.
  • – Hut ab vor den hochgraduierten laido-Kämpfern mit den dicken Bärten,

Aber verneigen vor Ihnen? Nein! Meine Verehrung und mein erstaunter Respekt gilt den Menschen, die ohne jemals Katas gelaufen zu haben, die nie im korrekten Sitz eine leere Wand angeguckt haben, die nie gehört haben, die ohne viel Trara den Weg zur Koans Lebenskampfkunstmeisterschaft gehen und sich nicht aufgeben.

Obwohl alle um sie herum schon längst aufgegeben haben.

Also, im Namen von Jigoro Kano und Herrn Funakoshi , im Namen von Titch Na Than und Yip Man: Macht die Tore auf, Ihr Meister der Kampfkünste.

Für die nach Scheiße riechenden, Windeln tragenden und spuckenden Budokas. Macht Platz für die Wagenlenker und Krückenkämpfer!

Denkt endlich über Eure eigenen Behinderungen nach!

Lasst Euch von den blinden Amazonen in die Kunst des Sehens einweisen, von den Lahmen den sicheren Stand zeigen, und von blöden Headbangern das Geheimnis des Wu wei erklären.

Verneigt Euch vor diesen Kampfkunstmeisterinnen und –Meistern.

Die Kämpfe gewonnen haben, bei denen Ihr, schon beim bloßen Gedanken daran, zu Boden gehen würdet.

In diesem Sinne soll diese Tagung ein Freikämpfen sein, statt gegeneinander – ein miteinander

Tagung 29.6.- 1.7. 2000 Freiburg, Einladung an alle Kampfkunstschulen                                                                                                                                                  Organisation: Gertrud Schröder/Thomas Brendel
„Fabrik“ Habsburgerstr. 9a, 79104 Freiburg
Tel. 0761/471485 Fax 471490 email longping@t-online.de
in Zusammenarbeit mit der FABRIK für Handwerk, Kultur & Ökologie e.V. und                                                                                                                    Forum für Bildung und Bewegung (WKfP Schloß Haldem)

Ich glaube, das mit dem fernen Osten ist so ähnlich wie das mit den Clans, den Rechten, der Armut und der Umwelt (auch mit der Gewalt an Schulen, den Drogen und den Rockerklubs)

Jaja, alter Hut- aber wer hat ihn denn schon aufgesetzt? Wer hat denn zugehört und ist aufgestanden? Schlimm ist nur, daß die Weggucker und Verharmloser am Wenigsten unter den Folgen leiden.

impressionen_iqtoe-fachtagung_07

und was den nahen Osten angeht- da sagt ein ganz Großer die richtigen Worte:

„Es liegt in der Natur des Menschen, auf die Besatzung zu reagieren, die oft als mächtiger Brutkasten des Hasses und des Extremismus dient.“    BAN KI-MOON, Generalsekretär der Vereinten Nationen, 2016 (bezogen auf Israels Besetzungspolitik)

Dies sollte nicht nur auf die reale Besatzung/Besetzung eines Gebietes oder eines Volkes bezogen bleiben- es gibt auch Seelenbesetzung, Seelenverschmutzung und geistige Besatzung!

Deswegen: geistige Selbstverteidigung ist notwendig!!!

http://www.mattheck.de/

http://www.fb03.uni-frankfurt.de/50578860/Die-Stiftung

https://www.yumpu.com/de/document/view/9386010/dr-dieter-w-banzhaf-stacke-symbole-der-macht-und-hilfsmittel

Prof. Mattheck kann leider nicht persönlich auf den Stockkongreß kommen, schickt aber Bücher und Grußwort. Er ist ein würdiger Nachfolger von Wladimir Grigorjewitsch Sutejew und ein erstaunlich normaler Mensch.

Die Joseph-Popper- Stiftung hält die Erinnerung an einen Eisenbahningenieur wach, der „die allgemeine Nährpflicht“ und „das Recht zu leben und die Pflicht zu sterben“ geschrieben hat. Ein Sozialphilosoph vom Feinsten- logisch, daß er in Vergessenheit gerät!

Dr. Dieter Banzhaf war ein Frauenarzt, der sich mit Stöcken, Stockgeschichten, alten Bildern, seltenen Exemplaren und vergessenen Bedeutungen des Holzstabes beschäftigt hat. Seine Frau pflegt die Erinnerungen an „Kindergeburtstagstassen“ und so sorgen beide dafür, daß ein Stück bedeutende Geschichte mit seinen bedeutenden Geschichten bewahrt wird

Rechtzeitig fragen statt späteres Klagen

Diesen Fragebogen legen wir Ihnen besonders ans Herz.
In stationärer Therapie ebenso bewährt (seit 2004) wie im Konflikt- Coaching mit gewaltbereiten
Jugendlichen, bei psychosomatischen Beschwerden und in Sucht- Ambulanz, in der
Ausbildung von Justizwachebeamten und Personenschützern und genau so nützlich
beim Hausbau, Urlaubsplanung oder Kochen eine „first- date- menues“
unterstützt Sie dieser rote Faden beim Entwirren, Wege finden, beim Ziel formulieren
und Handlungskonzept- Entwurf.
Wenn Sie wirklich und wahrhaftig alle Aspekte berücksichtigen, wird es Ihnen
gelingen vom diffusen Wunsch schnell ein wohlformuliertes Ziel zu finden, welches
Ihnen aus der Problemtrance den Pfad zur Handlungshoheit anlegen hilft (vgl.
Handlungshoheitsscript)
Und wenn es nicht klappt, dann gehen Sie wieder hoch zum Wunsch und prüfen
noch mal, ob es an Ihnen lag oder an der Zielformulierung.
Dazu zwei Zitate von KursabsolventInnen aus dem Harz:
„Wenn`s in die Hose gegangen ist, dann wechsel erst mal die Hose und nicht gleich
Dich!“
und
„Mit den Füssen im Betonkübel wird Schwimmtraining schwierig!“
So- nun mal los!
Spielen Sie mit dem Fragebogen!
Wir sind neugierig, ob und wie er Ihnen Freude macht.

Wunsch:                Erhalt des sozialen Friedens

Ziel:
Wie genau soll das aussehen?
Was kann ich dafür tun?
Wer kann mich dabei unterstützen?
Was brauche ich noch dafür?
Was habe ich schon?
Was soll auf keinen Fall passieren?
Welche Bedingungen sollen unbedingt erfüllt sein, damit es losgehen kann?
Welche Vereinbarungen müssen getroffen werden?
Was darf ich? Was darf ich nicht?
Was mach ich, wenn nix klappt?