Altwerden ist das Gegenteil von jung bleiben- war jedenfalls bis kürzlich so!

Wenn man es genau nimmt ist älter werden eigentlich nichts Besonderes. Von dem Moment an, als ich lernte zwischen gestern, heute und morgen zu unterscheiden (vorher gabs nur heute) war mir das Altwerden alltäglich. Der aktuelle Hipe mit den Silbernacken und den Ü60 Modells erlaubt es nicht,  Alter bzw. Altern als die Vorstufe von Tod zu begreifen. Stark bleiben bis zum letzten Atemzug, nicht leiden, siechen, abhängig werden- zur Zielgruppe verdammt bleibt kaum Zeit für die Würde, das Gefühl der Reife, der Weisheit des „nichts mehr müssen“, der Ruhe. Aus dem „heute“ des Kindes und seiner Gewißheit „so sein zu dürfen“ nun zu dem „heute“ des Alters- und der Gewißheit, auch ohne Leistung wieder nur „so sein zu dürfen“ . Die Lehre von der Kunst des Lebens und des Liebens ist ausreichend vermarktet. Auch die Kunst der Spekulation, der Kriegführung und des Steuerbetrugs ist weit verbreitet- ars moriendi, „die Kunst des Sterbens, des Vergehens“ jedoch versprich noch keine nennenswerten Profitprognosen.

Ich denke gerne über solche Sachen nach, weil ich viel lieber in Würde sterben möchte als als faltenfreier Adonis mit traumhaftem Blutdruck mit dem „forever young“ Kapuzenshirt.

Wie das geht? Keine Ahnung ! Hinweise sind erwünscht