über Pflichten

Also, ich weiß ja nicht- ich habe nicht das Gefühl, unter besonderem Freiheitsentzug zu leiden. Ich fühle mich nicht unbegründet eingeschränkt (so ähnlich wie von einer roten Ampel- aber die macht ja auch Sinn,oder?) und wenn ich mich selbst ein wenig zurücknehme, dann gehts mir doch noch nicht automatisch schlecht.

Auch regt sich in mir kein bißchen Widerstand oder Lust auf Aufstand.

 

Ich merke dagegen recht deutlich, wie ich langsam vergesse, wie wenig Freiheiten und Entscheidungsspielräume ich sowieso schon- auch vor Corona- hatte.

 

Und dann kommt Schäuble und haut einen Satz raus, den erstmal keiner versteht und wenn, dann entweder falsch oder- noch blöder

richtig!                                                                                                                                              Ich zitiere:                                                                                                                                  Wenn es überhaupt einen absoluten Wert im Grundgesetz gebe, dann sei es die Würde des Menschen.                                                                                                                         „Wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig“, sagte Schäuble dem „Tagesspiegel“. Die im Grundgesetz verankerte Menschenwürde „schließt nicht aus, dass wir sterben müssen“.

Jetzt geht die ganze Quarantäne grad mal ein paar Wochen!                                             Ein ganz normaler Baum leidet seit zwei Generationen, ganze Landstriche und Lebenssysteme stehen seit Jahrzehnten unter Streß und eine durchschnittliche 5köpfige Familie, die bei uns Asyl beantragt hat 20 Jahre Krieg hinter sich, 4 Jahre Flucht, 2 Jahre Idomeni und dann Container in Irgendwo, Fremdenhaß und Bürokratie.                                                                                                                                     Alte, Arme, Fremde, Nichtweiße, Behinderte, Minijobber, Hartz IVrer……………………………….. das Thema Würde spielt da selten eine Rolle.                                                                                                                                               Das Recht auf Gleichbehandlung, Arbeit und Bildung auch nicht oft. Das Recht auf selbstbestimmtes Leben in Freiheit und ohne Angst erst recht nicht.                                                                                                                                                 Da habe ich die Schönwetterjammerer nicht gehört- außer es geht ums eigene Hemd (oder Auto oder Liege am Strand)                                                                                             Ja, ja- wir haben ein Grundgesetz und sogar ein Welt-Menschenrechts-Gesetz! (auf das nicht dumme Infektionsschutzgesetz wurde an anderer Stelle bereits hingewiesen)

 

Und- Überraschung!!!!!!!!- wir haben Pflichten, Gebote und Regeln………………

 

Fundamentale Prinzipien für Humanität (https://www.menschenpflichten.info/)

 

Artikel 1

Jede Person, gleich welchen Geschlechts, welcher ethnischen Herkunft, welchen sozialen Status, welcher politischer Überzeugung, welcher Sprache, welchen Alters, welcher Nationalität oder Religion, hat die Pflicht, alle Menschen menschlich zu behandeln.

 

Artikel 2

Keine Person soll unmenschliches Verhalten, welcher Art auch immer, unterstützen, vielmehr haben alle Menschen die Pflicht, sich für die Würde und die Selbstachtung aller anderen Menschen einzusetzen.

Artikel 3

Keine Person, keine Gruppe oder Organisation, kein Staat, keine Armee oder Polizei steht jenseits von Gut und Böse; sie alle unterstehen moralischen Maßstäben. Jeder Mensch hat die Pflicht, unter allen Umständen Gutes zu fördern und Böses zu meiden.

 

Artikel 4                                                                                                                                           Alle Menschen, begabt mit Vernunft und Gewissen, müssen im Geist der Solidarität Verantwortung übernehmen gegenüber jedem und allen, Familien und Gemeinschaften, Rassen, Nationen und Religionen: Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg‘ auch keinem anderen zu.

 

 

Gewaltlosigkeit und Achtung  vor dem Leben

 

Artikel 5

Jede Person hat die Pflicht, Leben zu achten. Niemand hat das Recht, eine andere menschliche Person zu verletzen, zu foltern oder zu töten. Dies schließt das Recht auf gerechtfertigte Selbstverteidigung von Individuen und Gemeinschaften nicht aus.

 

Artikel 6

Streitigkeiten zwischen Staaten, Gruppen oder Individuen sollen ohne Gewalt ausgetragen werden. Keine Regierung darf Akte des Völkermords oder des Terrorismus tolerieren oder sich daran beteiligen, noch darf sie Frauen, Kinder oder irgendwelche andere zivile Personen als Mittel zur Kriegsführung missbrauchen. Jeder Bürger und öffentlicher Verantwortungsträger hat die Pflicht, auf friedliche, gewaltfreie Weise zu handeln.

 

Artikel 7

Jede Person ist unendlich kostbar und muss unbedingt geschützt werden. Schutz verlangen auch die Tiere und die natürliche Umwelt. Alle Menschen haben die Pflicht, Luft, Wasser und Boden
um der gegenwärtigen Bewohner und der zukünftiger Gene-rationen willen zu schützen.

 

Gerechtigkeit und Solidarität

 

Artikel 8

Jede Person hat die Pflicht, sich integer, ehrlich und fair zu verhalten. Keine Person oder Gruppe soll irgendeine andere Person oder Gruppe ihres Besitzes berauben oder ihn willkürlich wegnehmen.

 

Artikel 9

Alle Menschen, denen die notwendigen Mittel gegeben sind, haben die Pflicht, ernsthafte Anstrengungen zu unternehmen, um Armut, Unterernährung, Unwissenheit und Ungleichheit zu überwinden. Sie sollen überall auf der Welt eine nachhaltige Entwicklung fördern, um für alle Menschen Würde, Freiheit, Sicherheit und Gerechtigkeit zu gewährleisten.

Artikel 10

Alle Menschen haben die Pflicht, ihre Fähigkeiten durch Fleiß und Anstrengung zu entwickeln; sie sollen gleichen Zugang zu Ausbildung und sinnvoller Arbeit haben. Jeder soll den Bedürftigen, Benachteiligten, Behinderten und den Opfern von Diskriminierung Unterstützung zukommen lassen.

 

Artikel 11

Alles Eigentum und aller Reichtum muss in Übereinstimmung mit der Gerechtigkeit und zum Fortschritt der Menschheit verantwortungsvoll verwendet werden. Wirtschaftliche und politische Macht darf nicht als Mittel zur Herrschaft eingesetzt werden, sondern im Dienst wirtschaftlicher Gerechtigkeit und sozialer Ordnung.

 

 

Wahrhaftigkeit und Toleranz

 

Artikel 12

Jeder Mensch hat die Pflicht, wahrhaftig zu reden und zu handeln. Niemand, wie hoch oder mächtig auch immer, darf lügen. Das Recht auf Privatsphäre und auf persönliche oder berufliche Vertraulichkeit muss respektiert werden. Niemand ist verpflichtet, die volle Wahrheit jedem zu jeder Zeit zu sagen.

 

Artikel 13

Keine Politiker, Beamte, Wirtschaftsführer, Wissenschaftler, Schriftsteller oder Künstler sind von allgemeinen ethischen Maßstäben entbunden, noch sind es Ärzte, Juristen und andere Berufe, die Klienten gegenüber besondere Pflichten haben. Berufsspezifische oder andersartige Ethikkodizes sollen den Vorrang allgemeiner Maßstäbe wie etwa Wahrhaftigkeit und Fairness widerspiegeln.

 

Artikel 14

Die Freiheit der Medien, die Öffentlichkeit zu informieren und gesellschaftliche Einrichtungen wie Regierungsmaßnahmen zu kritisieren – was für eine gerechte Gesellschaft wesentlich ist –, muss mit Verantwortung und Umsicht gebraucht werden. Die Freiheit der Medien bringt eine besondere Verantwortung für genaue und wahrheitsgemäße Berichterstattung mit sich. Sensationsberichte, welche die menschliche Person oder die Würde erniedrigen, müssen stets vermieden werden.

 

Artikel 15

Während Religionsfreiheit garantiert sein muss, haben die Repräsentanten der Religionen eine besondere Pflicht, Äußerungen von Vorurteilen und diskriminierende Handlungen gegenüber Andersgläubigen zu vermeiden. Sie sollen Hass, Fanatismus oder Glaubenskriege weder anstiften noch legitimieren, vielmehr sollen sie Toleranz und gegenseitige Achtung unter allen Menschen fördern.
Gegenseitige Achtung und Partnerschaft

Artikel 16

Alle Männer und alle Frauen haben die Pflicht, einander Achtung und Verständnis in ihrer Partnerschaft zu zeigen. Niemand soll eine andere Person sexueller Ausbeutung oder Abhängigkeit unterwerfen. Vielmehr sollen Geschlechtspartner die Verantwortung für die Sorge um das Wohlergehen des anderen wahrnehmen.

 

Artikel 17

Die Ehe erfordert – bei allen kulturellen und religiösen Verschiedenheiten – Liebe, Treue und Vergebung, und sie soll zum Ziel haben, Sicherheit und gegenseitige Unterstützung zu garantieren.

 

Artikel 18

Vernünftige Familienplanung ist die Verantwortung eines jeden Paares. Die Beziehung zwischen Eltern und Kindern soll gegenseitige Liebe, Achtung, Wertschätzung und Sorge widerspiegeln. Weder Eltern noch andere Erwachsene sollen Kinder ausbeuten, missbrauchen oder misshandeln.

 

  

Schluss

 

Artikel 19

Keine Bestimmung dieser Erklärung darf so ausgelegt werden, dass sich daraus für den Staat, eine Gruppe oder eine Person irgendein Recht ergibt, eine Tätigkeit auszuüben oder eine Handlung vorzunehmen, welche auf die Vernichtung der in dieser Erklärung und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 angeführten Pflichten, Rechte und Freiheiten abzielen.

© InterAction Council, 1997

 

 

Was ich persönlich denke?

Ich denke, daß die Menschen, die sich in solch (noch) komfortablen Zeiten beschweren kaum in der Lage sein werden, echte, brutale, gnadenlose Krisen auszuhalten, zu bewältigen und daß sie- ohne auf die Schultern Schwächerer zu klettern- überleben können.                                                                                                                                            Ich glaube nicht, daß die meisten zu wirklicher Solidarität fähig sind. Die meisten wissen garnicht, wie das geht.                                                                                                 Klug wäre es in jedem Fall die Menschenpflichten, die Tugenden des ehrbaren Kaufmannes, die Regeln der Nächstenliebe und gegenseitiger Hilfe als Hauptfach in allen Schulen zu unterrichten- mit dem gleichen Punktwert wie Mathe und Informatik und als Abiturprüfungsfach prüfungsrelevant!

 

Herzensbildung ist keine sozialromantische Spinnerei und sich heute noch auf die über zweihundert Jahre alten Wirtschaftsregeln zu berufen ist lebensgefährlich und dumm.   

An Dummheit sind schon viele gestorben und ein paar wenige stinkereich geworden.  

 

                     An Herzensbildung nicht.