Volkstrauertag 2018

Nicht nür für die Helden beider Weltkriege

Bei den Gedenkfeiern am Volkstrauertag 2018 will ich derjenigen gedenken, die gestorben sind für eine gesunde Umwelt, für den Erhalt der Vielfalt in Flora und Fauna und die immer noch in den Gefängnissen sitzen oder zum Krüppel gefoltert wurden, weil sie mehr an unsere Nachkommen gedacht haben als an ihre eigene Unversehrtheit.

Sie kämpfen nicht für Geld, Ideologien, Kaiser oder Führer.Sie riskieren ihre Karriere, ihren Besitz, ihr Ansehen, ihre Gesundheit und ihr Leben für uns und unsere Kinder.

Wie viele sind gestorben für Öl, Bodenschätze, Kartelle und „den Markt“ und wieviele sind schwer an Leib und Seele verwundet für gierige und verwirrte Führer aus „heiligen“ Kriegen zurückgekehrt- wieviele sind Opfer sinnloser Gewalt und verblendeter Machtsucht geworden?

Es sind mehr, als es nur die offiziellen Zahlen belegen.

Zu ihnen gehören auch die Helden, die im alltäglichen Lebenskampf gescheitert sind, die Ausgegrenzten, die Unvollkommenen, die Spinner, Spastis und Psychos.

Es ist noch nicht lange her, da brannte der Hof des Biobauern, die Kinder von Vegetariern wurden in der Schule ausgelacht, der erste Grüne im Ortsrat wurde öffentlich verspottet und wehrhafte Indios wurden für Fensterrahmen-Holz schlicht mit Grippe infiziert.

Walfängerboote rammten Walretter und wer mit dem Rad zur Arbeit fuhr war arm. Die Ökos waren rauschgiftsüchtig, hatten lange Haare ihre viele Frauen waren Lesben und trugen Kröten über die Strasse.

An diesem Volkstrauertag möchte ich eben auch an diese Opfer von Gewalt denken die nichts anderes wollten als für die Kinder eine lebenswerte Welt zu hinterlassen.

Daher bat ich den Bundespräsidenten per Mail zweimal darum, seine Rede  zu ergänzen: (es folgt die alljährliche Rede mit einem Ergänzungsvorschlag)

„Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.

Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.

Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.

Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.

Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren.

Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind.

Und wir gedenken jener, die im Kampf für eine lebensfreundliche Umwelt Opfer von unserer Gier und Gleichgültigkeit geworden sind.*

Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten, und teilen ihren Schmerz.

Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern, und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt.“

*     Dies ist mein Vorschlag-so oder so ähnlich

auf meinen Brief habe ich bis jetzt noch keine Antwort erhalten. Hier das Schreiben:

Lieber Herr Bundespräsident-

ich bin ein  Rentner und Sie sind der Präsident meines Heimatlandes.Trotzdem hoffe ich, dass Sie diesen Brief lesen und den Inhalt gut und richtig finden.

Nach etlichen nicht gelungenen Versuchen, mein Anliegen höheren Stellen vorzutragen gibt es für mich nur noch wenige Möglichkeiten. Eine davon ist dieses Schreiben an Sie.

Eine Weitere wird eine „Einmann-Initiative am 18.11.18“ sein, bei der ich mit Flugblättern und Plakaten aufmerksam machen will auf eine Gruppe von Menschen, die überall auf der Welt schon früh vor den Folgen unserer Habgier und der damit verbundenen  Rücksichtslosigkeit und Zerstörung unseres Lebensraumes gewarnt haben und deswegen oft verletzt, vertrieben oder sogar getötet wurden.

 Mein Anliegen:

Können Sie bitte in Ihrer Rede zum diesjährigen Volkstrauertag auf diese Pioniere hinweisen?

 Ich glaube, dass sie genauso wichtig sind wie die Opfer der Kriege und unser Gedenken würdig verdient haben.

Zusatzvorschlag:

„Wir vergessen nicht die getöteten, diskriminierten, verfolgten, gefolterten und inhaftierten Menschen und deren Kinder, die lange vor der Ökowelle den Hass , die Ablehnung und Ausgrenzung der Bürgerinnen und Bürger erlitten, die heute bio/vegan/achtsam/bewußt auf ihre Gesundheit und „die Umwelt“ achten.

Diese VorkämpferInnen haben uns gewarnt, uns informiert und an uns apelliert, dass wir Geld nicht essen können. Wir haben ihre Kinder ausgelacht, als diese isoliert mit ihrem Salat auf dem Pausenhof standen. „Wir sind doch keine Hasen“ haben wir gespottet und unsere Eltern haben bei „den Spinnern“ keine Kartoffeln gekauft oder auch schonmal den Hof angezündet.

In den anderen Ländern erging es den Warnern und Hinweisern noch schlimmer und viele wurden ermordet oder in den Tod getrieben.“

Ich habe diesen Text an namhafte Organisationen, Parteien und Initiativen (incl. Ministerium) geschrieben und aufgerufen, die Initiative zu unterstützen (Gedenktag für die Ökopioniere). Es gab oft keine oder ein paar wenige  halbherzige oder sogar dumme Reaktionen.

Als ich dann die Liste der Gedenk- und Aktionstage im Internet erforschte, wurde mir klar, was so alles wichtig ist für die Menschen, die im Hier und Jetzt leben.

Ich finde, da paßt ein „Gedenken an die Opfer der  Ignoranz und Dummheit“ gut als Erinnerung daran, was wirklich wichtig ist für die Menschen, die nach uns kommen.

Schön wäre es, wenn dieser Brief dazu beiträgt.